Wie eröffne ich einen Onlineshop?

Geld/Beruf

Onlineshop eröffnenWer einen Onlineshop eröffnen möchte, wählt einen volatilen Markt. Fast jeder hat heutzutage einen Computer oder ein mobiles Endgerät und Onlineshopping für sich entdeckt. Doch wie fängt man an, welche Software gibt es, was muss man alles beachten und wer kann bei Problemen helfen? Wir haben die Antworten für die wichtigsten Aspekte.

Inhalt:

Warum einen Onlineshop gründen?
Die Shop-Software
Kostenfreie Shop Software
Kostenpflichtige Shop-Software
Wichtiges zur passenden Shopsoftware
Wer richtet mir die Shopsoftware ein?
Die richtige Warenwirtschaft
Rechtliche Voraussetzungen für einen Onlineshop
Wie und wo finde ich Lieferanten?
Produktbilder und Texte
Zeitlicher Rahmen
Wie bekommt mein Onlineshop Besucher / Kunden?
Kostenlose Besucherquellen
Kostenpflichtige Besucherquellen
Businessplan für den Onlineshop
Anbindung an Marktplätze wie ebay und Amazon
Fazit
Weiterführende Literatur

Warum einen Onlineshop gründen?

Angesichts der Tatsache, dass es bei Amazon und ebay viele kleine und große Händler gibt, und diese Marktplätze, auf denen jeder verkaufen darf, einen recht großen Marktteil für sich einnehmen, stellt sich die Frage, warum überhaupt einen eigenen Onlineshop gründen, wenn es doch einfacher und schneller geht. Ganz einfach: Mit einem eigenen Onlineshop haben Sie mehr Freiheit und geringere Gebühren. Bei ebay beispielsweise können Gebühren zwischen 5-20 Prozent anfallen, nicht gerade wenig. Beim Onlineshop sparen Sie zwar ebay-Verkaufsprovisionen, aber müssen dafür reichlich Geld in die Werbung reinstecken und die Kosten wieder artikelabhängig umrechnen, um einen Überblick zu erhalten. Insgesamt fahren Sie mit einem Onlineshop etwas günstiger, es kommt jedoch immer auf das Werbebudget an.
Zudem erreichen Sie eine andere Zielgruppe, denn wer z.B. bei Google nach einem Produkt sucht, und es kaufen will, sucht nicht zwangsläufig auch bei ebay oder Amazon. Außerdem können Sie besser eine eigene Marke aufbauen und haben somit einen Wiedererkennungswert.

Die Shop Software

Zuerst einmal, Sie brauchen nicht, wie die meisten annehmen, eine teure Software kaufen und es für mehrere Hundert Euro pro Monat hosten zu lassen. Das ganze geht auch relativ einfach und wenn man entsprechende Programmierkenntnisse besitzt, sogar für ab rund 10 Euro jährlich.
Nachfolgend eine kurze Übersicht über aktuelle Software für Onlineshops. Die Software sind alle nach dem Baukastenprinzip aufgebaut, d.h. man installiert die Shop-Software samt Modulen und pflegt danach die Artikel ein. Fangen wir mit den kostenlosen Modellen an.

Kostenfreie Shop Software

Oscommerce und XT-Commerce

Hier sei als erstes Oscommerce erwähnt. Mit Oscommerce stehen zahlreiche Features zur Verfügung. Der Shop hat eine recht große Community, in denen viele Extras (aktuell über 3000 Module) angeboten werden, die nachträglich installiert werden können und zudem kostenfrei sind. So kann der Shop beispielsweise suchmaschinenoptimiert werden und nach eigenen Wünschen gestaltet werden. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Designs. Die wichtigsten Zahlungsfunktionen wie Überweisung, und Paypal werden ebenfalls unterstützt. Der Nachteil ist, dass das System keine integrierte Plugin-Verwaltung unterstützt, alle Erweiterungen müssen daher händisch installiert werden, was Kenntnisse in der PHP-Programmiersprache und MySQL voraussetzt. Ganz ähnlich ist übrigens auch die fast gleichklingende Software XT-Commerce, die auf oscommerce aufbaut. Alternativ können Sie auch eine Agentur für die Einrichtung beauftragen.

Randshop

Das Randshop-System wurde in Deutschland entwickelt und lässt sich auch individuell anpassen. Die Zahlungsmethoden Vorkasse und Nachnahme werden problemlos unterstützt. Zusätliche Module sind meist kostenpflichtig. Es lässt sich z.B. ein ebay-Modul oder Facebook Shop Modul installieren.

WooCommerce

WooCommerce ist ein freies Plugin für WordPress. Wer WordPress kennt, wird WooCommerce lieben, nicht zuletzt wegen den unzähligen Erweiterungsoptionen. Es wurde insgesamt über 15 Millionen Mal heruntergeladen und gehört damit zu einem der populärsten Shopsysteme weltweit. Es existieren zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen, darunter auch wichtige Module, um den Shop für den deutschen Markt rechtsgültig zu machen. Für Zahlungsoptionen, Designs, etc. gibt es diverse Plugins. Eine Auflistung hier sprengt den Rahmen. Wer Flexibilität und Kostenfreiheit sucht, wird mit WooCommerce, einer unglaublich mächtigen E-Commerce-Plattform fündig.

Kostenpflichtige Shop-Software

Jimdo

Jimdo kennen viele als eine Plattform, auf der man eine eigene Website erstellen kann, aber auch Onlineshops können Sie mithilfe von Jimdo erstellen. Dies ist ein leichtes. Er ist ebenfalls suchmaschinenoptimiert und in wenigen Schritten erstellt, sowie leicht zu gestalten. Jimdo bietet die Zahlungsmöglichkeiten Paypal, Vorkasse, Rechnung, sowie Nachnahme, Stripe und PostFinance. Auch hier existieren unzählige Erweiterungen, mit deren Hilfe Sie Ihren Shop bspw. mit Facebook verlinken können. Jimdo ist für Anfänger sehr gut geeignet, da er intuitiv bedienbar ist. Und da der Hersteller ebenfalls deutsch ist, auch für Rechtssicherheit in Deutschland abgestimmt. Jimdo wurde weltweit schon über 200.000 Mal eingerichtet. Dabei empfehle ich unbedingt das JimdoBusiness Paket, da dort die Produktanzahl unbegrenzt ist. Anmeldung hier: Teste Jimdo für 30 Tage kostenlos und überzeuge dich selbst.

Strato Webshop

Auch Strato ist ein deutscher Anbieter und bietet neben privaten Webauftritten auch Shoplösungen. Es werden keine Programmierkenntnisse benötigt, denn die Designs können flexibel eingerichtet werden. Einziges Manko bei den Designs: Manche wirken etwas altmodisch. Schade ist, dass hier nach der Anzahl der Produkte abgerechnet wird. Das Webshop Basic Paket kostet schon 9 Euro pro Monat und bietet nur Platz für 100 Artikel. Entsprechende Pakete sind dann auch teurer.

Gambio

Gambio besitzt wie die meisten anderen Systeme auch unzählige Plugins und Erweiterungen. Es sind viele Zahlungsarten möglich, und es werden auch Schnittstellen zu anderen Plattformen, wie ebay und Amazon geboten. Gambio nutzen in Deutschland bereits über 20.000 Unternehmen. Man kann die Software für einmalig 149 Euro bestellen und es selbst einrichten oder man lässt Sie für eine monatliche Gebühr direkt bei Gambio hosten.

Shopware

Shopware gibt es sowohl als kostenlose OpenSource Software, als auch als kostenpflichtiges System mit mehr Funktionen als die frei erhältliche Version. Es ist modular aufgebaut und einfach mittels Plugins erweiterbar. Die kostenpflichtigen Versionen kosten zwischen 1295 Euro und 5995 Euro, bieten je nachdem ein eigenes ERP-System sowie eine technische Beratung rund um die Uhr. Meines Erachtens recht teuer.

Wichtiges zur passenden Shopsoftware

Wichtig ist es, sich im Vorfeld darüber klar zu werden, was man genau verkaufen möchte, damit verbunden, wieviel Artikel ich ca. benötige, wie hoch die Besucherzahlen und damit Serverlast wird, etc…
Für kleinere Onlineshops unter 1000 Produkten und ohne Mehrsprachfähigkeit eignen sich alle unsere aufgelisteten Shops. Derzeit gibt es insgesamt weit über 100 verschiedene Shopsysteme, ich habe nur einen kleinen Einblick über die meiner Meinung nach wichtigen Systeme gegeben. Es gibt für alle Shops passende Plugins, um den heutigen Anforderungen, wie das Anbieten bestimmter Zahlungsarten oder deutschen AGB’s gerecht zu werden.
Man kann so beispielsweise mit eigenen Programmierkenntnissen in PHP auf osCommerce setzen und erhält damit die Software für lau. Ein günstiges Hosting bekommt man für unter 1 Euro pro Monat. So habe ich es seinerzeit getan und bin recht günstig gefahren.

Wer richtet mir die Shopsoftware ein?

Wenn Sie selbst keine Ahnung davon haben, wie man einen FTP-Account einrichtet oder PHP-Befehle ausführt, dann buchen Sie am besten eine Agentur oder beauftragen einen Freelancer. Gängie Börsen, um passende Agenturen zu finden, sind etwa Twago.de.
Gerne kann ich Ihr System auch einrichten, kontaktieren Sie mich einfach per Mail.

Die richtige Warenwirtschaft

Je mehr Bestellungen ein Shop verzeichnet, desto höher verbunden damit ist auch der Warenumschlag. Und je breiter und tiefer die Produktpalette ist, desto unübersichtlicher wird es. Um den Überblick zu behalten, benötigt man ein Warenwirtschaftssystem. Man sollte sich hier Gedanken um eine passende Software machen, damit die Vorgänge vom Einkauf und Lagerung, bis hin zum Verkauf verknüpft werden können. Zudem müssen Sie noch Buch führen. Es muss beachtet werden, dass Sie zum Onlineshop passende Import/Exportschnittstellen haben, damit das Warenwirtschaftssystem nahtlos eingbunden werden kann. Ein gutes freies System ist beispielsweise das JTL-Wawi. Dieses System bietet auch eine Vielzahl an Schnittstellen und kann mit vielen Shop-Software verknüpft werden. Beachten Sie aber die Kosten, falls Sie auf eine kostenpflichtige Software zurückgreifen möchten.

Rechtliche Voraussetzungen für einen Onlineshop

In Deutschland gelten für das Betreiben eines Onlineshops bestimmte Voraussetzungen. Zuallererst muss man ein Gewerbe anmelden, dazu muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Man kann eine Unternehmensform wählen, dabei ist das Einzelunternehmen die einfachste Form.
Zudem müssen beim Betreiben des eigentlichen Webshops einige Dinge beachtet werden. So braucht man u.a. ein gültiges Impressum mit den wichtigsten Angaben zur Person, die Angaben der Bruttopreise, im Regelfall damit verbunden die ausgewiesene Mehrwertsteuer, dann muss ein Widerrufsrecht und AGB’s vorhanden sein. Zudem muss ein „Jetzt Kaufen“-Button vorhanden sein, die Bestellungen müssen alle per Mail bestätigt werden und so weiter. Wir möchten hier keine rechtliche Beratung abgeben, zumal sich die Punkte regelmäßig aufgrund neuer Gesetzeslagen wieder ändern und nennen daher nur die wichtigsten Punkte. In jedem Fall sollten Sie dies mit einem Steuerberater und/oder Anwalt abklären, um nicht abmahngefährdet zu sein. Noch erwähnt sei, dass Sie bei Produktbildern auch aufpassen müssen, keine Urheberrechtsverletzungen zu begehen.

Wie und wo finde ich Lieferanten?

Es gibt in Deutschland Verzeichnisse, wie z.B. wlw.de (steht für Wer liefert was) Dort kann man nach Produkten suchen und sich mit Anbietern verbinden. Dies ist sehr mühselig, kann sich aber durchaus rentieren. Besser ist es aber auf Marktplätzen zu suchen. Eine der größten in Deutschland vorhandenen Marktplätze sind Zentrada.de und Restposten.de Melden Sie sich einfach an, und suchen Sie nach geeigneten Lieferanten für Ihre Produkte.

Produktbilder und Texte

In den meisten Fällen stellt der Lieferant die Produktbilder. Sie sollten aber in jedem Falle nachfragen, ob die Benutzung der Produktbilder gestattet ist. Die Texte sollten Sie dabei manuell erstellen, um sich von dem Wettbewerb zu unterscheiden. Dies ist auch ein suchmaschinenspezifischer Aspekt, denn mit einem unverwechselbaren Inhalt werden Sie auch besser ranken. Heutzutage kann es bei bestimmten Produktgruppen auch üblich sein, Videos einzubinden. Evtl. können Sie hier auch eine Agentur beauftragen, Produktvideos zu erstellen.

Zeitlicher Rahmen

Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass ein eigener Shop keinen strukturierten Alltag mit sich bringt.
Es kann zwar als Feierabendprojekt beginnen, aber wenn der Shop größer wird, benötigen Sie mehr Zeit, um den ganzen Kundenanfragen gerecht zu werden. Auch für die Wartung, Pflege und Rechnungserstellung, etc. sollte Zeit eingeplant werden. Man kann schnell süchtig danach werden, immer die neuesten Bestellungen zu verfolgen. Arbeiten von Zuhause ist etwas anderes als Arbeitnehmer in einem Betrieb zu sein. Es fehlt das soziale Umfeld, das sollte man dabei beachten, denn die wenigsten möchten vereinsamen, um es mal überspitzt zu formulieren.

Wie bekommt mein Onlineshop Besucher / Kunden?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, darunter kostenlose und kostenpflichtige Möglichkeiten.

Kostenlose Besucherquellen

Suchmaschinen wie Google, Bing, etc.

Die beseten Besucher kommen via Suchanfragen von Google oder einer anderen großen Suchmaschine. Um hier vorne gelistet zu werden, muss man SEO (Suchmaschineneoptimierung) betreiben. Prinzipiell gelten für Onlineshops keine gesonderten Regelungen für SEO. U.a. sollte der Inhalt einmalig im Web sein, sprich keine geklauten Phrasen in den Produktbeschreibungen. Auch beim Quellcode kann man auf einige Dinge achten, sowie Referenzen von anderen Webseiten mit ähnlichem Inhalt holen. Wie dies genau geschieht, können Sie im Internet nachlesen. Sie können auch eine profesionelle Agentur beauftragen, welche aber meistens recht teuer sind, und bis zu 3-4 stellige Monatsbeiträge verlangen können. Auch hier gilt: Selbst ist der Mann! Und es ist auch wieder ein Punkt, wo sich Programmierkenntnisse bezahlt machen können. Denn die Suchmaschinenoptimierung kann ein langwieriger Prozess werden, der mehrere Monate dauert.

Social Media

Facebook, YouTube, Twitter, Instagram und Pinterest können Sie für Marketingzwecke benutzen und dort Accounts erstellen mit einer Referenz auf Ihren Onlineshop, um so Kunden zu gewinnen. Dieser Teil ist meines Erachtens sehr klein, gehört heutzutage aber zum Geschäft dazu.

Kostenpflichtige Besucherquellen

Preissuchmaschinen

Um Produkte zu finden, nutzen viele Menschen auch Preissuchmaschinen. Das sind riesige Verzeichnisse, die alle Produkte der angemeldeten Händler mit Preis listen. Man kann dann draufklicken und gelangt zum Shopsystem. Wenn Sie sich anmelden, wird meistens für jeden Klick eine kleine Gebühr fällig.
Es gibt auch kostenlose Preissuchmaschinen, wie die Google-eigene Preissuchmaschine Froogle.de. Kostenpflichtige Preissuchmaschinen sind z.B. Günstiger.de und Idealo.de.

Adwords

Dies ist bezahlte Werbung bei Google, um in den Suchergebnissen ganz oben zu stehen. Das Suchvolumen bei Google ist enorm und sollte richtig eingeschätzt werden. Mit Adwords haben Sie damit ein mächtiges Tool, um Ihre Werbekampagnen zu verwalten.

Facebook-Werbung

Auch bei Facebook können Sie Werbung schalten. Dort haben Sie den Vorteil, dass Sie die Werbung zielgruppengerecht selektieren können, beispielsweise nach männlichen und weiblichen Besuchern.

Newsletter

Es gibt am Markt Newsletterdienste, mit Hilfe derer Sie Newsletter Werbung kaufen können. Nachteil ist hier, dass die Besucher meist nur einmal kommen und den Link nicht separat speichern. Falls aber echtes Interesse besteht, können auch hier Käufe im Webshop zustande kommen.

Businessplan für den Onlineshop

Wenn Sie einen Onlineshop eröffnen, und eine Bankfinanzierung benötigen, brauchen Sie einen Businessplan. Dies ist eine schriftliche Übersicht, mit den wichtigsten Daten und Zielen Ihres Webshops. Dazu müssen Sie den Plan meist mündlich bei der Bank vortragen.

Anbindung an Marktplätze wie ebay und Amazon

Einen Onlineshop eröffnen für sich kann lukrativ sein, jedoch ist es besser sich auch mit externen Märkten zu verbinden. Ganz vorne sind hier Makrtplätze wie Ebay und Amazon. Dadurch erreichen Sie noch mehr Kunden und erhöhen somit Ihren Umsatz. Aufpassen müssen Sie bei den Gebühren, diese setzen sich anders zusammen, als beim Webshop und müssen getrennt voneinander kalkuliert werden.

Fazit

Einen Onlineshop eröffnen ist kein leichtes Unterfangen, es gibt viele Stolpersteine, gerade rechtlicher Natur. Hier sollten Sie unbedingt einen Fachanwalt zu Rate ziehen. Zudem ist es ganz nützlich, wenn man Programmierkenntnisse hat, da ansonsten die Kosten ganz schnell die Einnahmen übersteigen können. Wenn Sie einen Onlineshop erstellen und erfolgreich vertreiben wollen, dann empfehlen wir Ihnen, sich eine Nische auszuchen, bei dem noch nicht viel Wettbewerb herrscht.

Weiterführende Literatur

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